Hochbegabung

Hochbegabung

Anzeichen einer Hochbegabung

  • sehr genaues durchschauen von Ursache-Wirkung-Beziehungen
  • schnelles Verstehen von neuen Inhalten und Assoziationen bilden
  • sehr hohes Detailwissen und frühes Interesse an abstrakten und philosophischen Themen
  • Ein für das Alter ungewöhnlicher Wortschatz
  • Sprache ausdrucksvoll, ausgearbeitet und flüssig
  • schnelles merken von Fakten
  • Können außergewöhnlich gut beobachten
  • Bringen sich oft Lesen, Schreiben und Rechnen schon im Kindergarten ohne Hilfe von außen selbst bei
  • Bevorzugen Bücher, die über ihre Altersstufe deutlich hinausgehen

Wieviele Kinder haben eine Hochbegabung?

Nach der Gaußschen Normalverteilung gilt man als hochbegabt, ab einem IQ von 130, dass sind 2,2% der Bevölkerung. Aber auch Schüler/innen mit einem IQ von z.B. 126 unterscheiden sich nicht signifikant von Hochbegabten. Um wissenschaftlich gut arbeiten zu können und damit Hochbegabung besser fassbar ist, musste man einen Schwellenwert festlegen. Darum sollten auch die 13,6% überdurchschnittlich begabten Schüler und Schülerinnen mit in die Begabungsförderung mit eingeschlossen werden.

Begabungstests sind in ihrer Aussagekraft sehr valide und können einen recht genauen Wert ermitteln.

Underachievement: Welche Leistungsentwicklungen sind von Hochbegabten zu erwarten?

Lernen findet statt, wenn die gesetzten Anforderungen die Fähigkeiten geringfügig übersteigen. Bietet die Schule den Hochbegabten dauerhaft, dieses Anforderungsprofil der Stufe der nächsten Entwicklung, so kann man durchaus überdurchschnittliche Leistungen von hochbegabten Schülern und Schülerinnen erwarten.

Liegen die Anregungen deutlich dauerhaft unterhalb der Fähigkeiten, ist das Kind unterfordert. Unterforderung steht in einem engen Zusammenhang mit Stress (genauso wie im umgekehrten Fall die Überforderung). Stress löst unterschiedliche Verhaltensreaktionen aus. Diese sind unter anderem psychosomatische Beschwerden wie Bauch- und Kopfschmerzen (häufiger bei Mädchen) aber auch Abnahme der Impulskontrolle, Wegträumen, Zunahme von Flüchtigkeitsfehlern, Abnahme der Lern- und Arbeitsmotivation, Depression, Aggression, Clownerie, Schulunlust, Schulverweigerung, Energieverlust, Schlaf- und Essstörungen u.m..

Die Schüler und Schülerinnen entwickeln sich dann z.T. zu sogenannten Minderleistern (Underachievern) und können ihr Potenzial nicht abrufen. Doppeldiagnosen gekoppelt mit AD(H)S oder Asperger Syndrom sind oft die Folge. Die Hochbegabung bleibt so außen vor und die Kinder werden nur noch aufgrund ihrer Begleitdiagnose gefördert und fühlen sich lange Zeit unverstanden.

Underachiever

Wenn die tatsächliche Leistung eines Kindes oder Jugendlichen eine auffällige Diskrepanz zu seinen, Aufgrund der Begabung zu erwarteten Leistungen, beträgt, spricht man von Underachievment.

Underachievment tritt häufig mit störendem oder auch verstörtem Verhalten auf und bildet daher eine erhebliche Belastung des Familienklimas und des Lernklimas in der Schule.

Bei hochbegabten Kindern und Jugendlichen, liegt der Anteil der Underachiever zwischen 15 bis 20%. Ein Teil dieser Kinder fällt, wenn keine Hilfe kommt, durch die verschiedenen Schulformen durch. Für diese genannte Gruppe, gibt es im Gegensatz zu den Hochleistern, nur wenige Hilfsangebote.

Welche Bedingungsfaktoren spielen bei der Entstehung von Underachievment oder Achievment eine entscheidende Rolle?

Schulische Faktoren

  • Leistungsanspruch – schwere der Aufgaben
  • Haltung der einzelne Lehrer/innen
  • Erwartungen
  • Beziehungen zum Schüler/innen

Persönliche Faktoren der Schüler/innen

  • Motivationstypen
  • Interessen
  • Emotionale- und Soziale Stabilität
  • Einstellungen/Werte
  • Selbstkonzept (exekutiv Funktionen)
  • Erwartungen
  • Motorik
  • Unzureichendes Lern- und Arbeitsverhalten

Umwelt Faktoren (Eltern, Peer Group, Trainer etc.)

  • Emotionale und Soziale Beziehungen untereinander
  • Einstellungen/Werte zu Schule und Leistung
  • Kulturelle Situation
  • Erziehungsniveau

Das Problem hochbegabter Underachiever ist, dass sie von Lehrkräften seltener entdeckt werden. Und Aufgrund der nur durchschnittlichen Leistungen dieser Schüler, sehen Lehrkräfte deshalb weniger Handlungsbedarf. Dadurch handelt es sich bei Underachievment nicht um eine vorübergehende Erscheinung.

Ein anderes Problem stellt das Selbstwirksamkeitserleben und die Einstellung des Schülers/der Schülerinnen selbst dar: Das Unterrichtsangebot muss von diesen auch aktiv genutzt werden, um es in Schulleistungen übersetzen zu können (Heilpädagogik online 02/09). Das heißt, die Lernziele sollten auf dieses Angebot gerichtet werden unabhängig, wie gut dieses ist! (Manchmal gelingt jedoch auch dieses nicht, da das Angebot nicht angemessen ist für eine Weiterentwicklung.)

Weil sie sich aber in der Grundschule oft jahrelang nicht wirklich richtig anstrengen mussten um zu lernen, fehlen diesen hochbegabten Schülern/innen oft Motivations- und Anstrengungsbereitschaft. Nur durch Selbst-Motivation und Anstrengung gelangen sie zu adäquaten Lern- und Lebenserfahrungen und können die richtigen Lerntechniken lernen, die sie an den weiterführenden Schulen benötigen um z.B. Vokabeln und Grammatik zu lernen.

Welche Fördermaßnahmen für Underachiever sind sinnvoll?

Jegliche Fördermaßnahmen sind individuell vom Schüler aus zu sehen. Jeder bringt eigene Voraussetzungen und andere Lebensumstände mit.

Wirksam können folgende Angebote sein:

  • Akzeleration (von einzelnen Fächern oder Klassenüberspringen)
  • Enrichment (Angereichertes und weiterführendes Arbeitsmaterial)
  • Wiederholungsphasen kürzen (nicht so viel von Gleichen     Aufgaben)
  • Pull Out Programme (AGs, vorzeitiges Studium während der Schulzeit, Förderkurse, Förderprogramme unterschiedlicher Anbieter)
  • Lerncoaching (Methoden und Strategie Förderung zum Lernen)
  • Nachhilfe (Wissenslücken schließen)

Vorrausetzungen damit Fördermaßnahmen greifen können:

  • Eine tatkräftige Kooperation von Schule und Elternhaus
  • Ein Aufbau einer positiven Beziehung von Lehrern und Eltern um Erziehungsvorgänge vermitteln zu können
  • Struktur geben (Elternhaus und Schule)

Fördern und fordern: Worauf können Eltern, Erzieher und Lehrer im Alltag achten, um einem Kind und seiner (Hoch)begabung gerecht zu werden?

Eltern, Erzieher/innen und Lehrer/innen sollten ganz dringend das Kind und dessen Interessen und Neigungen ernst nehmen. Das lernmotivierte Kind nicht auf später vertrösten, sondern dann Förderung anbieten, wenn das Interesse vorhanden ist.

Ein hochbegabtes Kind benötigt adäquate Spielpartner (oft älter) und ansprechendes Spielmaterial, welches zum experimentieren und tüfteln einläd. Oft bevorzugen diese Kinder Logikspiele und Gesellschaftsspiele für ältere Kinder.

Evtl. sollte eine Entwicklungsbedingte Einschulung angestrebt werden, unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren (sozial und emotional Verhalten des Kindes, vorhandener Wissensstand des Kindes und andere weitere). Es sollte beachtet werden, dass Hochbegabte gleichaltrigen Kindern oft um einige Jahre voraus sind und dann oft keine Passung vorhanden ist, dieses wird oft als sozial bzw. emotionale Schwäche ausgelegt. Aber auch wenn ein Kind intellektuell 2 Jahre weiter ist, kann es emotional, sozial und motorisch doch altersgerecht entwickelt sein.

In der Schule können Schüler/innen durch Akzeleration (rechtzeitige Einschulung, flexibele Schuleingangsphase, Überspringen von Klassen), Enrichment (AG’s/ Wettbewerbe, Schüler-Uni, Individualisierung des Unterrichts, Projekte), innere Differenzierung des Unterrichts (Grad der Instruktion, Schwierigkeitsgrad, Inhaltskomponenete, Zeitkomponenete, Material) sowie das Drehtürmodell (erlaubt das Fernbleiben von klar deklarierten Teilen des regulären Unterrichts mit dem Ziel, individuell und an besonderen Begabungen orientiert nach festen Regeln zu arbeiten. Die Bedingung hierbei ist, dass die Leistungsanforderungen beibehalten werden) gefördert werden.

Ja,mein Kind ist hochbegabt und hat Schwierigkeiten in der Schule

Bitte melde Dich zuerst bei mir zum 20 Min. kostenfreien Kennenlern-Gespräch. Es ist ganz wichtig herauszufinden, welches Euer Problem ist und ob ich Euch bei der Lösung helfen kann.

Anfrage: Halli Hallo…wir suchen Hilfe und Unterstützung in der Erziehung unserer 4-jährigen Tochter. Wir würden uns gerne von Ihnen beraten lassen, denn Sie sind so gut in DIESEM komplexen Thema.